unserem Kapitän Andreas
Ich versteh die Frage nicht! [grinst]
Na ich hab es nicht entschieden. Das war mit den Gründern damals. Wenn ich ehrlich sein soll, mit den Mitteln von damals? Lass es. Bleibt beim Stammtisch und genießt die Zeit als normale BVB-Fans.
Regensburg ist unser Fanclub, Freunde, Bekannte die man gewonnen hat. Dortmund ist Erinnerung, Emotionen, ich würde nicht sagen Hobby, dafür ist der Begriff zu wenig. Ich bin weit über 30 Jahre schon BVB-Fan und mag es auch gar nicht mehr vermissen in meinem Alltag Schwarzgelb zu sein.
Die Arbeit, das trocken staubige Arbeiten, die Diskussionen, Entscheidungen zu treffen mit denen man polarisiert. Man wird schnell Freund oder Feind. Und irgendwo verliert man sich manchmal selber. Daher war die Auszeit des Fanclubs schon sehr, sehr gut. Heute würde ich in der Form nicht mehr aktiv sein. Wenn ich mit anderen ehemaligen Fanclubvorständen spreche, dann bestätigt das mein Denken nur.
Eigentlich immer, sogar bei der Gründung. Ich war ja davor schon in einem Fanclub und fand es schon steril und langweilig wie Vereine geführt werden. Du führst einen Verein der eigentlich für Emotionen, für Bindung, für Stimmung sorgen soll und am Ende sitzt du da und fühlst dich wie beim Finanzamt. [grinst]
Technisch … definitiv. Das Ganze von Grund auf, ohne Drittanbieter und so weiter zu planen, aufzubauen. Natürlich auch menschlich die Frage ob die Energie dafür wirklich noch da ist. Wenn ich jetzt sehe was wir geschaffen haben, vor allem mit unserer Plattform hab ich richtig Bock und bin stolz auf uns, was wir machen können.
Ja aus manchen Ecken kam so viel. Manchmal hatten wir auch das Gefühl ein Club von Auserwählten zu sein und nicht jeder darf zu uns. Als kleiner Fanclub ist man jetzt nicht so im Fokus, dass man sich darüber Gedanken machen muss, ob jemand auf uns blickt und sich fragt, ob da keiner mehr Zuhause ist. Es ging ja mit dem gedimmten Licht nicht nur uns so. Viele andere Fanclubs sind aktuell am Einschlafen, neue kommen dazu. Aber für unsere Mitglieder fand ich es schon geil ihnen das dann endlich zeigen zu können zu was wir im Stande sind.
Ich hab nichts mehr zu melden, aber winken darf ich. [lacht] Nein … als Vorstand führst und bestimmst du, als Kapitän redest und führst du aus.
Absolut gar nicht – im Gegenteil. Ich freu mich, dass ich nichts mehr bestimmen muss, nicht mehr diskutieren und rechtfertigen. Mit Mitte 20 war das vielleicht noch möglich, aber jetzt bin ich 40, will meine Ruhe und Frieden. Sollen die Mitglieder sich jetzt untereinander über ihre Entscheidungen streiten. Ich trink meinen Kaffee und genieße. [lacht]
Das kommt auf den Verein an. Wenn du einen Fanclub hast mit überschaubaren Fixkosten, geht das leicht mit „Pay what we need” Spenden. Solange wir kein Vereinsheim haben oder andere Ausgaben, kann man auch als Verein ohne Beitrag funktionieren. Und in der heutigen Zeit der finanziellen Mehrbelastung ist das auch für Menschen gut, welche halt nicht die 20, 30, 40 Euro haben. Alles hat seine Vorteile.
Alles! Sie haben alle Neuigkeiten sofort auf dem Handy, sie können 24/7 Anregungen und Anträge stellen über die wir dann kurzfristig und schnell Abstimmen können. Sie können sich in Ruhe Ideen überlegen – alles von Zuhause aus.
Dass wir digital sind ändert ja nichts daran, dass wir uns nicht trotzdem treffen, zu Spielen reisen, gemeinsame Aktivitäten haben. Nur die langweiligen Versammlungen fallen eben weg. Wir sind schneller in allem. Entscheidungen, Ideen, Diskussionen …! Und auch das Digitale schweisst zusammen. Austausch, Ideen, Unterhaltung.
Erfreuliches gab es nicht das Eine, sondern das Ganze was Stück für Stück kam. Die Mitwirkung am Projekt Borussia Ratisbona 2.0. Man sieht es auch jetzt wie sie teilhaben und wirklich aktiv mitmachen. Als ich die Idee damals aus dem Nichts in die Gruppe geworfen habe – so nach einem Jahr Stille, kam schon Skepsis und Kritik auf. Wir standen wirklich vor der Auflösung, weil ich nicht mehr Vorstand sein wollte, keiner wollte nachfolgen. Ich kann schon nachvollziehen, dass die plötzliche Idee verwirrend war. Vor allem weil ich im Schatten ja schon vorgearbeitet hatte und dann kommt jemand, der dir einfach was hinwirft und sagt: So, versuchen wirs nochmal. Hier nehmt das. Wobei so still war es nicht. Unsere WhatsApp-Gruppe hat ja gelebt.
Falsch, wer denkt, dass wir wie ein normaler Fanclub funktionieren. Bei uns zahlst du nicht einen Beitrag und bekommst dafür Tickets und dann: Tschüss, tschau bis zum nächsten Spiel. Du stehst ja beim Spiel auch nicht auf dem Feld und wartest bis der Ball von allein ins Tor fliegt. Wenn du dich nicht in den Dienst der Mannschaft stellst, dann wird es schwer, ein Teil von uns zu sein. Du bist bei uns Entscheider und Macher. Dafür bekommst du von uns auch was zurück.
Ich hoffe unter den aktivsten Fanclubs des BVB. Ich würd mir nicht mal wünschen, dass wir extrem viele Mitglieder haben, aber dass wir wirklich einen grossen Kern an Mitgliedern haben, wo man merkt, dass wir mit der Zeit gehen und nicht stehen bleiben. Eine positive Stimmung und ein geiles Miteinander. Das wäre super.
Das Gespräch führte Die Kabine · Juli 2026